Schreckensszenario: Erwartet uns eine Immobilienblase wie in den USA vor 10 Jahren?

Bauruinen-Immobilienblase

Leerstehende Bauten. Konkurswellen im Baugewerbe. Faule Kredite. Diese Folgen drohen Deutschland, wenn die überhitzte Baubranche kollabiert. All dies kann sich schnell zu einer handfesten Finanzkrise ausbreiten, die uns lange verfolgen wird.

Anzeige

Henrik Müller zeichnet auf Spiegel-Online die den chronologischen Verlauf der Ereignisse nach. So beschreibt er: „Zwischen 2009 und 2011 waren die Bewertungen für Wohnimmobilien in den sieben größten Städten (“A-Städte”) um bis zu einem Drittel gestiegen.“ Niedrige Zinsen im Euroraum trieben inländische und ausländische Investoren in größerem Maße in diesen Markt, als das Angebot wachsen konnte. Diese Entwicklung gepaart mit der immensen Zuwanderung, welche für das deutsche Jobwunder zu Anfang des zweiten Jahrzehnts nach dem Millennium in großem Maße mitverantwortlich ist, befeuern die Überhitzung des Immobilienmarktes zusätzlich. Müller beschreibt das wie folgt: „Zwischen 2012 und 2016 (Zahlen für 2017 liegen bislang nicht vor) hat Deutschland fast drei Millionen Einwohner hinzugewonnen. Rechnet man die Flüchtlingsimmigration von 2015 heraus, bleibt immer noch ein Nettozuzug von mehr als zwei Millionen Menschen, überwiegend aus Süd- und Osteuropa. Ohne sie wäre das deutsche Jobwunder der vergangenen Jahre nicht möglich gewesen.“ Die gestiegene Nachfrage in den Ballungsräumen sollte der Theorie nach dazu führen, dass Investitionen in ländlichen Regionen günstiger und dadurch auch für Job-schaffende Investoren lukrativer werden sollten. Diese Entwicklung stockt jedoch. „Zwar deutet einiges daraufhin, dass der Zuzug in die teuersten Metropolen allmählich abflaut. Doch gerade dort wird relativ wenig gebaut. Deshalb bleibt in den wachsenden großen Städten Wohnraum knapp – und Grundstücke in Erwartung weiterer Preissteigerungen unbebaut. Auf dem Land hingegen, das von Bevölkerungsschwund bedroht ist, wird tendenziell zu viel gebaut, wie eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ermittelt hat.“, so Müller. Fimico.de fragt sich, ob steigende Zinsen eine derart hohe Bedrohung für diesen blasenähnlichen Boom darstellen, als dass uns eine erschütternde Wirtschafts- und Finanzkrise einholen wird, welche unser Land nachhaltig verändert. Wird eine weitere Krise nach 10 Jahren der Erholung die sozialen Spannungen weiter verschärfen?

(04.02.2018 sun)

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/immobilienboom-was-passiert-wenn-die-blase-platzt-a-1191302.html