VW Skandal: Dieselaffäre und Affenversuche

VW-Afffentests

Die großen deutschen Autobauer bedienen sich wieder und wieder moralisch und ethisch zutiefst fragwürdigen Praktiken. Nun will ein Aktionärsschützer eine Sonderermittlung gerichtlich erzwingen. Es wäre nicht das erste Mal das ihm das gelingt.

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Simon Hage und Martin Hesse fassen die Situation am Samstag auf Speigel-Online wie folgt zusammen. „Volkswagen steht eine turbulente Woche bevor. Am kommenden Mittwoch berät das Präsidium des Aufsichtsrats, welche Konsequenzen der Konzern aus der Affäre um Abgasversuche mit Affen ziehen muss. Aktionärsschützer und Anwälte machen dem Autohersteller bereits gewaltig Druck.“ 40000 Aktien (das entspricht 1% des Grundkapitals) muss Strenger hinter sich vereinen um eine Sonderprüfung durchzusetzen. Auf der Jahreshauptversammlung 2017 hat er nicht die nötige Zustimmung erhalten.
„Christian Strenger, Gründungsmitglied der Regierungskommission Corporate Governance, kritisiert die VW-Führung für den Umgang mit dem Skandal scharf: Der Vorstand könne sich nicht darauf zurückziehen, von den Methoden und Zielen des umstrittenen Forschungsprojekts nichts gewusst zu haben. “Denn bei einem Forschungsauftrag dieses Umfangs und dieser Sensibilität muss er das Projekt genehmigt und kontrolliert haben”, sagte er dem SPIEGEL.“
Fader Beigeschmack: Die Aufarbeitung der Dieselaffäre im letzten Jahr ist nicht so transparent und umfassend gelaufen, wie der Konzern es versprochen hatte. Zusammen mit dem neuesten Skandal drängt sich der Verdacht auf, dass eigens propagierte Compliance Regeln nicht genügend beachtet und kontrolliert werden. Diese Verdachtsmomente zusammen mit der Weigerung der Konzernspitze Manager Boni während laufender Ermittlungen auszusetzen, führen zu einem zunehmenden Imageschaden der deutschen Autoindustrie, auch über die Landesgrenzen hinweg.

(04.02.2018 sun)

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/vw-nach-affenversuchen-steigt-druck-auf-volkswagen-vorstand-a-1191188.html