Drastische Beitragserhöhungen im Gesundheitssystem befürchtet

WIRTSCHAFT-Zuzahlungen-zu-Medikanten-steigt-deutlich-2019-03-06

Wie der FOCUS in seiner online-Ausgabe berichtet liegt dem Nachrichtenhaus eine unveröffentlichte Studie vor, aus der hervor gehen soll, dass die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherungen jährlich stärker steigen, als die Brutto-Löhne der Beitragszahler. Dadurch entsteht ein strukturelles Defizit in den Haushalten der gesetzlichen Kassen. Dies wird womöglich zu einer drastischen Erhöhung der Beiträge führen.

Laut der Studie sind die Ausgaben pro Versichertem um zirka 1 % im Jahr mehr angestiegen, als die Bruttolöhne der Versicherungspflichtigen. Und das Ganze jährlich schon seit 1991. Das müsste zu einem starken Anstieg der Beiträge führen – oder Kosten der Krankenkassen müssen gesenkt werden. Möglichkeiten gibt es einige, um die Schieflage zu verhindern oder wenigstens aufzufangen. Beispielsweise könnten Selbstständige und Beamte mit in die gesetzlichen Systeme eingefügt werden.

Sollte die 40% Grenze bei den Sozialabgaben aber mittel- oder langfristig überschritten werden, so könnte dies zu einem erheblichen Standortnachteil für Deutschland werden, so Michael Theurer von der FDP. Er schlägt weiterhin vor, die paritätisch bezahlte Krankenversicherung abzuschaffen und den Wettbewerb zwischen den Kassen zu verstärken.

Das Gesundheitssystem in Deutschland ist eines der sozialsten und sichersten der Welt. Das will bezahlt werden. Der Ansatz die Kostenstrukturen genau zu durchleuchten und Einsparungspotenziale zu suchen, erscheint als eine gute Möglichkeit um explodierende Beiträge zu verhindern. Wie die Anreize dazu geschaffen werden sollen, dies liegt jetzt in den Händen der verantwortlichen Entscheider.

Quelle: https://www.focus.de/finanzen/versicherungen/krankenversicherung/studie-des-iw-koeln-beitragsgrenze-droht-zu-kippen-krankenversicherungsbeitraege-gehen-durch-die-decke_id_10616759.html