Pensionen: „Beamte sind die neuen Adligen“

Für künftige Beamtenpensionen hatte der Bund 2014 bereits 408 Milliarden Euro zurückgestellt, dies lies das Bundesfinanzministerium verlauten. Laut des neuesten offiziellen Berichts zu den Auszahlungen des Bundes an pensionierte Beamte (aus dem Jahr 2012) werden insgesamt 38,5 Milliarden an Bezügen pro Jahr ausgezahlt. Der Beamtenbund selbst räumt ein, dass die Bezüge der Pensionäre in den kommenden Jahren um rund 60% ansteigen könnte, alleine schon durch die ansteigende Zahl der Ruheständler.

Anzeige

Beamtenbund möchte Neiddebatte vermeiden.

Die Schere zwischen Bezügen von Normalrentnern und pensionierten Beamten ist groß. Nach 45 Beitragsjahren bekommt ein Rentner durchschnittlich 48 Prozent seines letzten Einkommens. Bei Beamten wird das letzte und damit meist das höchste Gehalt als Grundlage zur Berechnung der Pension genutzt. Sie liegen bei gut 71 Prozent ihres letzten Einkommens. Der Beamtenbund wart vor einer Neiddebatte, da Rentner aus der freien Wirtschaft oft auch Betriebsrenten und private Bezüge erhalten würden. Darüber hinaus müssten sie oft die Rente auch nicht versteuern und keine Krankenkassenbeiträge zahlen, wie die Beamten.

Anzeige

Interessant ist jedoch die Gegenüberstellung der Zahlen. An Rentner und Rentnerinnen wurden jährlich rund 250 Milliarden Euro ausgezahlt. An pensionierte Beamte 38,5 Milliarden. Es stehen sich aber auch 20,5 Millionen und 1,1 Millionen Bezieher und Bezieherinnen gegenüber. Das ergibt ein pro Kopf-Verhältnis von 857 Euro zu 2.356 Euro. Das bedeutet das pensionierte Beamte gut das dreifache in ihrem Ruhestand zur Verfügung hätten als Angestellte. Erschwerend kommt hinzu, dass gut 2 Drittel der Angestellten und Arbeiter im Alter keine zusätzlichen Bezüge erhalten würden, so steht es in den statistischen Erhebungen des Bundes. In der Online-Ausgabe der Zeit steht folgendes nachzulesen: „Der Wirtschaftsprüfer Torsten Ermel nennt sie deshalb “die Adeligen von heute”.“

Quelle: https://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/beamtenpension-rentenreform-altersarmut-ruhestand