E-Autos bringen mehr als 150.000 Jobs in Gefahr

Der IG-Metall-Chef Jörg Hofmann steht im Welt-Interview Rede und Antwort. Er fordert dabei die Bundesregierung auf flächendeckend in die Infrastruktur für Ladesäulen, die benötigt werden, um eine landesweite Mobilität mit den „geringen“ Reichweiten der E-Autos zu garantieren. Hoffmann spricht auch darüber, dass die klassische Verbrennungsmotor-Produktion durch diesen Wandel in der Mobilität viele Tausend Jobs streichen würde müssen. Gießereien beispielsweise, stellen Gussteile her, deren Verwendung vor allem im klassischen Antriebsstrang eines Autos – im Motorblock und im Getriebe – wiederzufinden sind. Wie er sagt in einer niedrig angesetzten Rechnung könnten dem Mobilitäts-Wandel so mehr als 150.000 Stellen zum Opfer fallen.

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Reichweiten der E-Autos und Tankstellenbau in den 1950ern

Hofmann fordert Investitionen des Bundes und verweist dabei auf die 1950er Jahre, in denen der Bund ein Tankstellennetz in Deutschland aufgebaut hat, welches garantiert hat, dass man mindestens alle 100 Kilometer eine Tankstelle findet. Diese wurden dann später verpachtet und oder verkauft.

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Zulieferer in der zweiten und dritten Reihe besonders bedroht

Der IG-Metall-Chef berichtet von Gesprächen mit mittleren und kleinen Zulieferern, die sich noch wenig Gedanken über eine Zukunft ohne Verbrennungsmotor gemacht haben. Sie gehen immer noch davon aus, dass wenn Hersteller hierzulande eventuell wegfallen aus den Auftragsbüchern, dass dann irgendwo anders in der Welt schon noch das gleiche Ventil benötigt wird. Die IG-Metall wirbt an der Stelle, sich mit Transformations-Strategien auseinanderzusetzen.

Hoffmann zum Effekt des „Grünen-Rucks“ bei den letzten Wahlen

So der IG-Metall-Chef Jörg Hoffmann weiter: „Das starke Abschneiden der Grünen muss ein starker Ansporn für alle Parteien sein, mit voller Kraft in eine staatliche Klimastrategie einzusteigen. Ziele und Verbote gibt es in der Klimapolitik inzwischen wirklich genug. Die Wähler haben nicht für Grün gestimmt, weil sie noch mehr schöne Klimaziele wollen, sondern weil sie zu Recht erwarten, dass die Politik nicht nur wolkige Reden schwingt, sondern auch handelt.“

Alles in allem kann man sagen, dass Jörg Hoffmann bestrebt ist keine Panik zu verbreiten, er aber sehr wohl darauf hinweist, dass es nötig sein wird sich Strategien auszudenken, was man in einer Zeit des Übergangs von Verbrennungsmotor hin zu E-Mobilität machen möchte. Wie kann man die Mitarbeiter, deren Jobs womöglich gestrichen werden, weiterqualifizieren und weiterbeschäftigen? Sollte sich das E-Auto wirklich durchsetzen ist das nicht weniger als eine Revolution der Mobilität – viele eingefahrene Strukturen ständen zur Disposition.

Quelle: https://www.welt.de/wirtschaft/article194701443/IG-Metallchef-E-Mobilitaet-kostet-weit-mehr-als-nur-150-000-Jobs.html