Will Italien den Euro untergraben?

„Die Regierung in Rom plant die
Ausgabe geldähnlicher Schuldverschreibungen. Sie könnten Keimzelle
eines Euro-Ersatzes werden und Schulden finanzieren.“, so schreit
es das Handelsblatt in seiner Online-Ausgabe am heutigen Sonntag.
Damit könnte sich in dem Land eine Parallelwährung anbahnen, mit
der es möglich ist, sich von der Politik der Europäischen
Zentralbank abzuwenden und beispielsweise eigene Wechselkurse und
Inflationsraten durchzusetzen.

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Italien antwortet auf die Androhung
einer Strafe in Bezug auf Verletzungen der EU-Budget-Regelungen recht
pathetisch: „Vizeregierungschef Matteo Salvini kommentierte die
Einleitung des Strafverfahrens mit den Worten: „Wenn mein Sohn
hungrig ist und mich bittet, ihm etwas zu essen zu geben, und Brüssel
sagt: ‚Nein, Matteo, europäische Regeln verpflichten dich, deinem
Sohn nichts zu essen zu geben‘, denkt ihr, dass ich mich dann an
die Regeln aus Brüssel halte oder dass ich ihm etwas zu essen gebe?“

Es würde der kontinentalen Wertegemeinschaft wahrscheinlich nicht gut tun, wenn sich Italien zur Umsetzung der Pläne entscheidet. Und viele Jahre politischer und menschlicher Annäherung könnten einen herben Rückschlag erleiden.

Quelle:
https://www.handelsblatt.com/politik/international/euro-ersatz-mini-bots-europa-hat-angst-vor-italiens-parallelwaehrung/24453490.html