Amt drohte Bäckerei: Beachtliche Strafe wegen Großbuchstaben

Wegen Großbuchstaben auf der Werbetafel soll einem kleinen Bäckereiladen in Berlin von dem zuständigen Amt eine Strafe in Höhe von 25.000 Euro angedroht worden sein. Mittlerweile wurde diese Summe von Beteiligten dementiert. Die mit Kreide beschriftete Tafel vor dem Laden könne die Kunden des Berliner Bäckers Karsten Greve in die Irre führen, in etwa so lautete die Begründung des Amts. Der Bäcker lenkte ein und wischte die „irreführende“ Werbung weg, dadurch ist die Strafe mittlerweile vom Tisch.

Was war geschehen? Der Bäcker hat Kilogramm-Preise mit Großbuchstaben hinter dem Preis ausgezeichnet, also mit einem „KG“. Es könnte durch diese Auszeichnung dazu kommen, dass die Kunden von Kommanditgesellschaften oder gar den physikalischen Größen Kelvin oder Gauß ausgehen könnten, so habe man ihm mitgeteilt. Greve glaubte an einen Scherz. Doch das zuständige Amt hatte die Strafandrohung durchaus Ernst gemeint.

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Die Berliner Morgenpost berichtete unter anderem folgendes zu dem Fall. „In der Senatsverwaltung für Wirtschaft, der das Amt für Messwesen unterstellt ist, sorgte der geschilderte Hergang der Kontrolle für Verwunderung. Eine Sprecherin sagte am Dienstag auf Anfrage der Berliner Morgenpost, dass dieses Vorgehen, vor allem mit der Androhung einer hohen Geldstrafe, unüblich sei. Man habe beim Messamt Erkundigungen eingeleitet und wolle den Vorgang genauer prüfen.“

Das ist aber noch nicht alles. Greve hat bereits eine weitere Prüfung und auch eine eventuelle Bestrafung zu befürchten. Das zuständige Messamt hat eine nostalgische Waage ins Visier genommen. Eine alte Waage, welche den Laden dekoriert, soll nicht mehr richtig geeicht sein. Dies könne zu falschen Abrechnungen führen. Auf diese Nachricht reagiert der Bäcker nun mit Trotz. Er halte diese Androhung für derart an den Haaren herbeigezogen, dass er sich eine zweite Deko-Waage besorgt und in seinem Laden aufgestellt hat.

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