Die Namen „Hong“ und „Kong“ für Berliner Pandabären sorgen für Empörung

Es gibt Unbehagen über Namensvorschläge für den chinesischen Panda-Nachwuchs im Berliner Zoo. Nachdem der Tagesspiegel dazu aufgerufen hat, dass sich Leserinnen und Leser mit Namensvorschlägen für die beiden im Berliner Zoo geborenen Pandabären melden sollten, standen die Namen Hong und Kong ganz oben auf der Liste. Die Namen der beiden Hong Konger Aktivisten Joshua Wong und Agnes Chow standen auch auf der Wunschliste möglicher Namen für die beiden jungen Tiere. Reaktionen sowohl aus China, als auch vom Berliner Zoo fallen leicht widersprüchlich aus.

China betreibt seit Jahrzehnten
Außenpolitik mit den friedlichen und beliebten Pandabären. Etwas
mehr als 2300 Tiere soll es weltweit noch geben, die meisten davon
gehören der Volksrepublik. Es ist fester Bestandteil der
chinesischen Diplomatie ihre internationalen Beziehungen mit
symbolischen Überlassungen von Pandas zu ergänzen. Es gibt aber auf
der anderen Seite auch Fälle von mindestens zweideutigen
Namensgebungen bis hin zu Rückforderungen geliehener Pandas, wenn es
mal nicht mehr nach den Vorstellungen der chinesischen Machthaber
gegangen sei. Beispielsweise wollte China ein Panda-Elternpaar an
Taiwan geben, welches die Namen Tuan Tuan und Yuan Yuan tragen
sollten. Diese Schriftzeichen bedeuten zusammengesetzt
Wiedervereinigung. Taiwans Regierung lehnte die Tiere damals ab.

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Die Süddeutsche Zeitung schreibt zur Panda-Diplomatie unter anderem folgendes: „In mehreren chinesischen Staatszeitungen wurde auch der Berliner Zoo zitiert. Der würde sich laut Global Times “vehement davon distanzieren”, die Baby-Pandas Hong und Kong zu nennen. Eine Sprecherin des Berliner Zoos stellt auf Anfrage der SZ allerdings klar, dass das Zitat in dem Kontext nicht ganz stimme. Man habe lediglich bestritten, überhaupt etwas mit der Namenswahl zu tun zu haben. “Wir distanzieren uns davon, dass wir Namen suchen”, sagt eine Sprecherin. Denn die Auswahl liege gar nicht in der Hand der Berliner. Da die Jungtiere China gehören und in einigen Jahren dorthin gebracht werden, seien für die Namen die chinesischen Experten in der Panda-Zuchtstation Chengdu zuständig. Das wiederum stellen die chinesischen Medien anders dar, die davon sprechen, dass die Namen der Tiere stets in Einklang mit dem beherbergenden Zoo festgelegt würden.“

Es wird deutlich, dass China die Bedeutung der diplomatischen Panda-Geschenke beziehungsweise -Überlassungen nicht auf die leichte Schulter nimmt. Die Wichtigkeit der Namenswahl wird den Beteiligten durch die mediale Präsenz des neuesten Falls aus Berlin erneut vor Augen geführt. Mit dem Namen „Reisbällchen“ konnte einst der Konflikt mit Taiwan beigelegt werden. Vielleicht ist ja ein ähnlich niedlicher Name auch eine Lösung für den Berliner Zoo.

Quelle:
https://www.sueddeutsche.de/panorama/berlin-pandas-china-1.4594709