Reiche werden vom Fiskus immer öfter verschont

Betriebsprüfungen bei Reichen sind zwischen 2009 und 2018 um fast 30 Prozent zurückgegangen. 2009 wurden Reiche mit Einkünften über 500.000 Euro noch in 1630 Fällen pro Jahr geprüft, 2018 seien es nur noch 1150 Untersuchungen gewesen. Dies ginge aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf Anfrage der Linksfraktion hervor.

Das bemerkenswerte bei dieser Entwicklung ist, dass sich die Zahl der Einkommensmillionäre im gleichen Zeitraum annähernd verdoppelt hat. Der Tagesspiegel berichtet, dass die Einkünfte dieser Gruppe der Reichen in sechs Jahren um ungefähr zwei Drittel angewachsen sein. Reichen-Einkommen machen demnach rund 57 Milliarden Euro pro Jahr aus. Da die Fristen für Erklärungen und Finanzamtsbescheide relativ lang sind, liegen noch keine abschließenden Zahlen für das Jahr 2015 vor.

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Der Bundesrechnungshof hat bereits im Jahr 2006 davor gewarnt, die großen und damit meist auch komplexen Steuererklärungen, ohne Prüfungen durchzuwinken. Es seinen besonders diese undurchsichtigen Steuererklärung über große Einkommen, diejenigen, bei denen sich Vermeidungsstrategien am meisten lohnen. Wer viel sparen kann, der gibt sich Mühe kreativ zu sein, so die Begründung.

Die Auswirkungen von Steuertricks zeigen sich beispielsweise bei den vielzitierten CUM-EX-Steuerdeals. Unternehmen und Investoren hatten sich Steuern gleich mehrfach vom Staat erstatten lassen und so zwischen 2006 und 2011 einen Steuerschaden von geschätzten 447 Millionen Euro verursacht. Ein weiterer Fall war die als „Goldfinger“ bekannte Methode. Zwischen 2009 und 2016 sollen hunderte Millionen Steuern hinterzogen worden sein, indem über eine im Ausland gegründete Goldhandelsfirma gezielt Verluste erzeugt wurden, damit die Steuerpflichtigen weniger an das Finanzamt zahlen mussten.

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Quelle: Tagesspiegel Quelle: n-tv

Bild von Steve Buissinne auf Pixabay