So viel würde Deutschland der Brexit kosten

Der EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger war im Gespräch mit dem FOCUS. Der CDU-Politiker gibt in dem Interview unter anderem seine Einschätzungen zum Brexit ab. Neben der Unsicherheit, die stellenweise zu einem Investitionsstopp führe, kann es dazu kommen, dass beispielsweise Deutschland kurzfristig mit einer Mehrbelastung von 1,4 Milliarden Euro rechnen müsse.

Oettinger hoffe, dass es entweder eine Einigung in den kommenden Tagen geben wird, oder aber das die Frist des Austritts durch Großbritannien noch einmal um drei oder sechs Monate verlängert wird. Ihm scheint die Rechtslage im Vereinigten Königreich klar, das Unterhaus habe entschieden, dass es ohne Abkommen keinen Austritt aus der EU geben dürfe.

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Die Unsicherheit rund um den Brexit würde jetzt schon Kosten verursachen, so der Kommissar. Es komme schon zu Investorenzurückhaltung. Viele Unternehmen hätten Investitionen in Großbritannien zurückgestellt, so Oettinger. Das europäische Wirtschaftsgeflecht zeige schon eine erste Wachstumsdelle, die sich auf die Unsicherheiten zurückführen ließe. Käme es zu einem ungeordneten Austritt, dann könne sich dieser Trend noch verstärken.

Würde der Brexit noch in diesem Jahr kommen, dann würden im Haushalt 2020 11 Milliarden netto fehlen. Die Hälfte davon würde die Europäische Union durch Einsparungen auffangen. Dafür würden zum Beispiel Subventionen und Forschungsprogramme verschoben. Die andere Hälfte müsse durch höhere Einzahlungen aufgefangen werden. Auf Deutschland käme dann eine Mehrbelastung von zirka 1,4 Milliarden zu.

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Der EU-Haushaltskommissar beantwortet dem FOCUS noch weitere Fragen zu weiteren interessanten Themen. Das ganze Interview lesen sie hier.

Bild von Julien Tromeur auf Pixabay