Autoindustrie in der Krise: Schon 50.000 Jobs weg

Der Gewinn ist rückläufig, die Auftragsbücher werden kleiner. Die Autoindustrie in Deutschland steckt in der Krise. Und genau zu dieser Unzeit muss die Branche riesige Summen in Zukunftstechnologien stecken. Es wurden schon tausende Arbeitsplätze gestrichen, doch manch einer sagt, dass dies erst der Anfang sein könnte.

Die Liste der Unternehmen, die sich bereits zum Stellenabbau gezwungen sahen ist lang. Continental beispielsweise will in Deutschland 7.000 Stellen streichen. Bosch wird 1.600 Stellen in der Antriebssparte abbauen, in den kommenden 2 Jahren. Der Automobilzulieferer Mahle macht ganze Standorte zu.

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Ob es eine Pleitewelle geben wird ist nicht abzusehen, oder der bereits zitierte Kahlschlag ist auch nicht mit Sicherheit vorherzusehen. Jedenfalls haben viele Angestellte Angst um ihren Arbeitsplatz. Die Automobilzulieferer bekommen gleich von zwei Seiten enormen Druck. Zum einen schwächelt die Konjunktur und zum anderen steht der Umbau der Branche hin zur Elektromobilität und zunehmender Digitalisierung auf dem Programm. Eine Mammut-Aufgabe.

Die Autobauer selbst haben mit diesem Umbau ebenfalls zu kämpfen. Audi will seine Produktion zurückfahren und so bis 2022 rund 15 Milliarden einsparen. Bei BMW stehen das Weihnachtsgeld und Boni auf dem Prüfstand. 14.000 Arbeitsplätze könnten in den nächsten Jahren bei VW wegfallen. Der BMW-Chef Oliver Zipse sieht das Problem nicht in den einzelnen Entwicklungsbausteinen vom autonomen Fahren bis zur Elektromobilität, ihn beunruhigt „die Gleichzeitigkeit dieser Phänomene“. Das könnte für manche Konzerne „existenzbedrohend“ werden.

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Hinzu kommt, dass der weltweite Absatz, laut Prognosen, von 83 Millionen Autos im Jahr 2018 auf 78,2 Millionen Autos zurückgehen könnte. Der Auro-Experte Ferdinand Dudenhöfer vom Center Automotive Research (CAR) sagte dem Focus unter anderem, dass „in den letzten Monaten nach öffentlicher Berichterstattung Beschäftigungs-Abbauprogramme in der Autoindustrie von knapp 50.000 Stellen angekündigt wurden“. Insgesamt könnten bis zum Jahr 2030 bis zu 125.000 Stellen in der Autoindustrie wegfallen.

Es gibt aber auch gute Nachrichten. Durch einen erhöhten Aufwand in Forschung und Entwicklung ist es der Branche unter anderem gelungen seit 2014 fast jedes dritte Patent im Bereich Elektromobilität weltweit für sich zu reservieren. Es gibt sogar einen Innovationsvorsprung vor allen anderen Ländern beim Thema autonomes Fahren, wie es in einer Studie des Instituts für Wirtschaft Köln heißt.

Quelle: FOCUS

Bild von Bilderandi auf Pixabay