Autoindustrie zittert um 360.000 Stellen: Fast jeder zweite Job in Gefahr

Digitalisierung, autonomes Fahren und eMobilität verlangen der Automobilindustrie einiges ab. Der strukturelle Umbau der Branche verschlingt Geld und Zeit. Experten sagten bereits, dass die einzelnen Problemfelder nicht das Verehrende sind, sondern das gleichzeitige Auftreten. Sicher scheint auch, dass dieser Umbau Jobs kosten wird. Fraglich ist nur wie viele.

Nun berichten Medien darüber, dass es mehr Jobs sein könnten die wegfallen, als bisher erwartet. Der Wirtschaftswissenschaftler Rudi Kurz stimmt mit dieser Annahme überein. Er ist nicht der erste, der nun dazu rät, dass sich Politik und Wirtschaft anstrengen müssten Jobs jenseits der Autoindustrie, beziehungsweise des Mobilitätssektors zu schaffen.

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Kurz hat eine Modellrechnung aufgestellt, aus der hervorgehen soll, dass es in den kommenden 10 Jahren dazu kommen kann, dass bis zu 360.000 Jobs in der deutschen Autoindustrie wegfallen könnten. Kurz hat die Rechnung im Auftrag des Umweltverbandes BUND aufgestellt. Vor nicht allzu langer Zeit war das Fraunhofer Institut noch von rund 125.000 gefährdeten Stellen ausgegangen.

Bei n-tv und beim Spiegel wird berichtet, dass der Unterschied zwischen diesen beiden Zahlen dadurch zu Stande kommt, dass Kurz auch einen Erwartungswert bezüglich wegfallender Stellen durch eine gesteigerte Produktivität mit einbezogen hätte. Dadurch sieht er 150.000 der rund 800.000 Stellen bedroht. Und rund 160.000 Stellen werden in Gefahr gesehen, weil Elektroautos weniger Teile benötigen, als welche mit Verbrennungsmotor. Weitere 50.000 Stellen könnten laut Kurz durch eine sinkende Nachfrage nach Autos insgesamt wegfallen. Er sieht eine Tendenz hin zu den öffentlichen Verkehrsmitteln beziehungsweise hin zu neuen Mobilitätsmodellen.

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Quelle: n-tv

Bild von Thomas B. auf Pixabay