300 Millionen Maut-Desaster: Scheuers Mann verdient jetzt mehr als Merkel

Der Staatsbetrieb Toll Collect hat einen neuen Geschäftsführer bekommen. Gerhard Schulz heißt der Mann. Der Wechsel aus dem Staatssekretariat von Verkehrsminister Andreas Scheuer an die Spitze von Toll Collect ist scheinbar ein sehr gutes Geschäft für Schulz.

Gerhard Schulz wird auch als Mister Maut bezeichnet, er ist der wohl wichtigste Staatssekretär von Scheuer (CSU) in Sachen Toll Collect. In dieser Funktion hat er die Entschädigungen und Nebenkosten in Höhe von 300 bis 350 Millionen Euro mitzuverantworten – der Steuerzahler wird es am Ende berappen müssen.

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Mit seinem Amtswechsel soll seine Entlohnung in neuer Funktion 398.000 Euro betragen. Das ist mehr als die Bundeskanzlerin Angela Merkel verdient. Es sieht so aus, als würde er den neuen Job antreten und seinen alten als Staatssekretär behalten – denn er sei lediglich beurlaubt von dieser Stelle. Die Berliner Zeitung berichtete gestern exklusiv darüber.

Das üppige Gehalt hängt wohl damit zusammen, das er so plötzlich den Job wechselt, schreibt die Berliner Zeitung. Im März diesen Jahres wurde Schulz Geschäftsführer von Toll Collect. Das Unternehmen erhebt derzeit die LKW-Maut und ist maßgeblich am Skandal um die gescheiterte PKW-Maut beteiligt.

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Stellt sich das alles als korrekt heraus, dann ist Schulz mit der Beurlaubung aus dem Ministerium gegen alle Risiken abgesichert und durch seinen Beamtenstatus auf Lebenszeit auf der sicheren Seite. Nur das er jetzt ungefähr das Doppelte verdient. Bis Ende diesen Jahres soll der entsprechende Untersuchungsausschuss im Bundestag seine Arbeit zum Thema PKW-Maut aufnehmen, Toll Collect wird wegen seiner zentralen Rolle voraussichtlich auch in Person Gerhard Schulz befragt werden.

Quelle: Berliner Zeitung

Bild von andreas160578 auf Pixabay