Gerichtsurteil: Ganze Muffelwild Herde soll sterben

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster gab der Klasingschen Familienstiftung im Streit mit der Stadt Bielefeld gestern Recht. Die Schäden, welche die Wildschafe anrichten, seien zu groß. Darum sollen die wild lebenden Tiere nun abgeschossen werden.

Seit mehr als 50 Jahren leben die wilden Mufflons rund um den Fernsehturm der Stadt. Zeitweise seien es sogar mehr als 30 Tiere gewesen. Momentan seinen es 12 Wildschafe. Die Stadt Bielefeld muss sich nun als „Untere Jagdbehörde“ mit dem Urteil auseinandersetzen und es umsetzen, es sei denn es können weitere Rechtsmittel gefunden und zur Anwendung gebracht werden.

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Die anderen betroffenen Waldbesitzer, wie auch die Stadt, hatten sich bis zuletzt mit Vehemenz für die kleine Herde der reinrassigen Wildschafe eingesetzt. Der Zeitpunkt des Abschusses ist indes noch unbekannt. Man könne sich nun noch darum bemühen, das Schadens-Gutachten aus dem Jahr 2012 zu erneuern und dadurch eventuell eine andere Bewertung der Umstände erhalten. Dies könne ein Weg zur Rettung der Herde sein.

Einigen Experten zufolge scheine eine Umsiedlung genauso unmöglich, wie der Schutz einzelner Bäume. Der Muffelringvorsitzende Mark Meyer, ebenfalls Waldbesitzer, zeigte sich nach der Urteilsverkündung enttäuscht. Die Entscheidung sei aufgrund eines Gutachtens gefällt worden, welches er als zu hoch angesetzt empfinde. 5.000 Euro Schaden soll der Familienstiftung jährlich entstehen. Dem möchte er nicht so ganz folgen.

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Die Stadt und Tierschützer bezweifeln die Schadenshöhe aus dem Gutachten. Und darüber hinaus setzen sie die Artenvielfalt höher an. Die Stadt hat seit dem Urteil noch kein konkretes Statement abgegeben.

Quelle: Neue Westfälische

Bild von Marcel Langthim auf Pixabay [Symbolbild]