Wie Gott in Frankreich: So gut geht es den pensionierten Beamten

Beamte in Deutschland gehen nach rund 40 Dienstjahren in den Ruhestand. Sie erhalten maximal 71,75 Prozent des Bruttogehalts, welches sie in den letzten beiden Jahren vor der Pensionierung erhalten haben. Das durchschnittliche Pensionsniveau lag zu Jahresbeginn bei rund 67 Prozent. Zur gleichen Zeit mussten „normale“ Rentner sich mit einer durchschnittlichen Rente von rund 48 Prozent des Durchschnittslohns zufrieden geben.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte werden nicht einmal 50 Prozent ihres Lohns als Rente erhalten. Wenn ein Beitragszahler 45 Jahre lang den Durchschnittslohn von derzeit 3154 Euro bezogen hat, dann beträgt sein Rentenanspruch ungefähr 1441 Euro – das wären 48 Prozent des Durchschnittslohns.

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Ein nordrhein.westfälischer Lehrer beispielsweise, mit zwei Kindern und verheiratet. Er erhält die Besoldungsgruppe A13. Vor seiner Pension erhält er 5062,73 Euro Gehalt. Seine Pension würde bei rund 3372 Euro liegen. Ein Bundeswehrsoldat im Rang des Stabsunteroffiziers wird nach Besoldungsgruppe A7 entlohnt. Er würde ein Gehalt von 2436,20 Euro und eine Pension von ungefähr 1622 Euro erhalten, wie der focus berichtete.

Der Unterschied zwischen den gesetzlichen Renten und den Beamten-Pensionen ist vor allem so groß, weil sich die Pension aus den Bezügen der letzten beiden Dienstjahre errechnet. Normalerweise ist das Gehalt am Ende der Karriere am höchsten. Die gesetzliche Rente hingegen bemisst sich über das gesamte Erwerbsleben. Meist verdient man zu Anfang wenig und am Ende mehr. Hier werden dann die äquivalenten Rentenansprüche errechnet. Sollte man eine erwerbslose Zeit erlebt haben, dann bekommt man dafür gar keine Rentenansprüche gutgeschrieben.

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Außerdem ist die gesetzliche Rente nach oben hin gedeckelt, wie der focus berichtete. Bei 45 Beitragsjahren lag die maximale Rente zu Anfang des Jahres bei 2882,70 Euro. Zum gleichen Zeitpunkt lag die durchschnittliche gesetzliche Altersrente vor Steuern bei Männern im Osten bei 1118 Euro und im Westen bei 1050 Euro. Für Frauen waren es im Osten 887 Euro und im Westen 618 Euro im Schnitt. Einem Bericht der Bundesregierung zufolge kamen Beamte auf wesentlich höhere Bezüge im Ruhestand. Der Durchschnitt soll 2015 bei 2940 Euro Pension gelegen haben.

Lediglich 1,2 Prozent der Beamten haben weniger als 1000 Euro im Monat. In dem gesetzlichen Rentensystem sind es 38 Prozent der Männer und sogar 82 Prozent der Frauen die weniger als 1000 Euro im Monat zur Verfügung haben. Die Pensionäre sind auch bei der Hinterbliebenenrente vorne. Das Witwengeld liegt bei durchschnittlich 1750 Euro. Bei Witwern sind es im Schnitt 1200 Euro. Die gesetzliche Witwenrente liegt im Schnitt bei 671 Euro im Osten und 616 Euro im Westen. Witwer erhalten im Schnitt im Osten 382 Euro und im Westen nur 290 Euro.

Quelle: focus

Bild von Lolame auf Pixabay