Stellenabbau: Audi plant Streichung von Tausenden Jobs

Es geht bei Audi um 4000 bis 5000 Stellen. Der Betriebsrat will diese retten und ringt seit Wochen mit den Audi-Chefs um ein Spar- und Zukunftspaket. Die Arbeitnehmer wollen eine Jobgarantie und der Autobauer will gerne Tausende Stellen abbauen. Eine Einigung könnte es in der kommenden Woche geben.

Geplant war, dass sich die Audi-Chefs mit dem Betriebsrat schon vor der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Mittwoch einig werden. Das Zukunftspaket sollte schon fertig verhandelt sein, so der Plan. Das hat nicht funktioniert. Die Verhandlungen seien lautstark und ergebnislos verlaufen. Man konnte sich nicht darauf einigen wie viele und welche Stellen abgebaut werden sollen.

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Der Konzern solle eine Art „Zielbild“ anlegen und möglichst präzise aufzeigen, welche Stellen nach einer Umstrukturierung in Zukunft nicht mehr benötigt werden. Es solle darum gehen, welche Fahrzeuge und Dienstleistungen der Konzern genau anbieten möchte. Dann könne man einen Abbau von Stellen in bestimmten Bereichen durch Weiterbildungen und Umschulungen besser abfedern, so die Idee.

Die Audi-Führung hingegen möchte möglichst zügig mit dem Stellenabbau beginnen. In den Werken in Ingolstadt und Neckarsulm soll die Produktionskapazität jährlich um je 100.000 Fahrzeuge reduziert werden, dementsprechend könne dann die Zahl der Mitarbeiter gesenkt werden. Die solle über Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeit passieren. Man betont, dass keine Stellen abgebaut werden sollen, sondern freigewordene Stellen nicht neu besetzt werden.

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Ein weiterer Streitpunkt ist die Jobgarantie, die momentan noch bis 2025 gilt. Die Arbeitnehmervertreter wollen eine Verlängerung bis mindestens 2030, Audi lehnt das bisher ab. Audi will eine schnelle Einigung und gibt sich weiter optimistisch, dass dies in der kommenden Woche gelingen kann.

Kompromissvorschläge seitens der Konzernleitung

Ein Kompromissvorschlag seitens des Unternehmens liegt wohl auf dem Tisch. Man könne einer Beschäftigungsgarantie bis 2029 zustimmen, sofern im Gegenzug die Pläne zum Stellenabbau akzeptiert würden. Darüber hinaus wolle man auch in Zukunft im großem Umfang ausbilden.

Bei Audi stehen ohnehin größere Veränderungen an. Es wurde bekannt, dass Audi mehrere Vorstände, sowie den Vorstandschef austauschen wird. Ab Anfang April 2020 wäre es dann Markus Duesmann als Vorstandschef, der sich anschickt das Unternehmen grundlegend zu reformieren. Er kommt von BMW und dort wird sein Abgang sehr bedauert. Ziel ist es den Audi-Anspruch „Vorsprung durch Technik“ wiederzuerlangen.

Quelle: Spiegel

Bild von Andreas Lischka auf Pixabay