DB: 140.000 Zugausfälle und mehr als 100 Städte ohne Fernverkehr

Im Interview mit Heise.de zeichnet Arno Luik ein düsteres Bild für die Zukunft der Deutschen Bahn und begründet dies mit einer erschreckenden Zwischenbilanz. Denn „trotz katastrophalem Kundenmanagement, krasser Misswirtschaft und irrsinniger Personalpolitik ist keine politische Weichenstellung in Sicht.“ - so leitet der Artikel ein.

Arno Luik wird zu seinem neuen Buch „Schaden in der Oberleitung – Das geplante Desaster der Deutschen Bahn.“ interviewt. Er spricht über die Vorstände, über das Fernverkehrsnetz der Bahn, über die Pünktlichkeit und darüber wie die Deutsche Bahn im Vergleich zu den Zugverkehrsunternehmen der Nachbarländer dasteht.

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Um die Pünktlichkeit der Züge sei es besonders schlecht bestellt. 2017 kam es zu 140.000 Zugausfällen, dies sei für einen Hochtechnologiestandort wie Deutschland eine Schande. Die Bahn könne sich aber über Komplettausfälle freuen – ganz ohne Polemik – denn diese ausgefallenen Züge tauchen in Verspätungsstatistiken gar nicht erst auf. O-Ton des derzeitigen Bahnchefs Rüdiger Lutz im März 2019: “Ein Zug, der nicht losfährt, kann nun mal nicht unpünktlich sein.”

Das über 100 Städte vom Fernverkehrsnetz abgehängt wurden ist für die Fahrgäste mindestens genauso ärgerlich und unattraktiv, wie es den Städten standortpolitische Nachteile eingebracht hat. Seit 1998 sei die Zahl der angebotenen Züge im Fernverkehr um rund 20 Prozent verringert worden.

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„Es sind auch über 100 Städte vom Fernverkehrsnetz abgehängt worden, Mittel- und Großstädte wie etwa Chemnitz (240 000 Einwohner), Potsdam (172 000), Krefeld (234 000), Heilbronn (122 000), Bremerhaven (114 000), Gera (94 000), Trier (115 000), Dessau (90 000), Bayreuth (72 000). Für 17 Millionen Menschen wurde durch dieses Abkoppeln das Bahnfahren erschwert und unattraktiv.“

Quelle: heise.de

Bild von Erich Westendarp auf Pixabay