Krebs statt Umweltschutz: Kaffeemehrweg-Becher oft Formaldehyd belastet

Die Stiftung Warentest warnt vor einigen Mehrwegbechern für Kaffee. Die Becher werden unter anderem mit Sätzen wie, "dieser Becher wurde aus umweltfreundlichen Bambusfasern hergestellt" beworben. Das suggeriert Umweltverträglichkeit und hat dazu noch einen gesunden Anstrich. Das ist aber nicht die ganze Wahrheit.

Im Zuge der Debatte um den Umweltschutz hat sich im Land der Mehrwegbecher für den morgendlichen Kaffee auf dem Weg zur Arbeit mehr und mehr durchgesetzt. Einige Läden gaben sogar Rabatte, wenn man seinen eigenen Becher mitgebracht hat, anstatt den Pappbecher zu nehmen, der schnell wieder im Müll landete.

Anzeige

Die Becher enthalten zwar fein zermahlene Bambusfasern, doch für die Herstellung werden auch Klebstoffe verwendet. Aus diesem Grund finden sich in den Bechern auch Melaminharz, dies ist ein Kunststoff, der aus Formaldehyd und Melamin besteht. Der Stoff ist gefahrenfrei, solange man keine heißen, sauren Getränke einfüllt. Doch eben das ist Kaffee. Chemisch betrachtet handelt es sich um ein leicht saures Heißgetränk.

Verwendet man die Becher regelmäßig, so kann es sein, dass sich der Stoff aus der Oberfläche löst und in das Getränk gelangt. In sieben Bechern fanden sich im Labor bereits nach der siebten Befüllung hohe Gehalte von Melamin und Formaldehyd. Stiftung Warentest zufolge gelangen diese gesundheitsgefährdenden Stoffe auch noch nach längerer Nutzung in die Getränke.

Anzeige

Als gefährlich wird Melamin eingestuft, weil es Erkrankungen der Blase und Niere zur Folge haben soll. Formaldehyd gilt bereits seit langem als krebserregender Stoff, der Haut, Atemwege und Augen reizt. Stiftung Warentest rät von den Bechern deshalb ab.

In dem Test werden folgende sieben Becher mit der Note mangelhaft belegt: Mugg von Ikea, Ecoffee Cup, La Vida, Premium Cup Bamboo to go von Grafik Werkstatt, Mehrwegbecher von Aldi Nord, Bamboo Travel Mug von Rex London, Cruising Travel Mug von Zuperzozial.

Quelle: Stiftung Warentest Quelle: Umweltbundesamt

Bild von Jordi Morella Fierro auf Pixabay [Symbolbild]