Netzbewegung: „Fridays for Hubraum“ setzt auf Transparenz

Unsere Redaktion hat eher zufällig eine Interview-Anfrage an die Gründer und Administratoren der Gruppe „Fridays for Hubraum“ geschickt. Die Antwort hat uns überrascht. Anstatt unsere missglückte Anfrage zu nutzen, um der Presse eins auszuwischen, wurden wir mit umfassenden Antworten auf all unsere Fragen beliefert. Das ist Netiquette, wie sie sein sollte.

Ende September 2019 konnte man in der Facebook-Gruppe die anfängliche Zielsetzung der Gründer von „Fridays for Hubraum“ nachlesen: „Diese Gruppe möchte dem überhand nehmenden Klima-Wahn mit Spaß entgegentreten. Klimawandel gibt es schon seit bestehen der Erdgeschichte. Wir können in Deutschland nicht auf Kosten von tausenden Arbeitsplätzen die Welt retten. Die Umwelt sollte aber jeder so gut er kann schützen. Seid bitte nett in dieser Gruppe!“ – fimico berichtete.

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Innerhalb der ersten Tage zählte man schon über 400.000 Mitglieder. Die Administratoren mussten die Gruppe sogar für einige Zeit auf privat stellen, um sich mit dem Ausmaß ihres Aufrufs auseinandersetzen zu können und die Gruppe nach ihren Standards zu moderieren. Mittlerweile sind es weit über 560.000 Mitglieder und die Tendenz ist weiter steigend.

Fimico wurde die „Agenda“ der Gründer zugesandt. Hier einige Punkte, die den Gründern wichtig sind und für die sie offensichtlich mit ihrer Netzbewegung kämpfen möchten. Fridays for Hubraum stehe für: „Eine wissenschaftliche und rationale Umweltpolitik“, sowie den „Erhalt der Arbeitsplätze“. Man wünsche sich „Keine Mehrbelastung der Bürger“ und keine weiteren „persönlichen Einschränkungen. Eine Absicherung der deutschen Wirtschaft, Bessere Konditionen für in Deutschland ausgebildete Fachkräfte und einen engen Dialog unabhängiger Forschung mit der Politik. Am Ende der Standpunkte wird eine „Aberkennung des Vereinsstatus und des Klagerechtes der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) gefordert.

Die Agenda sieht folgende Lösungswege das Klima positiv zu beeinflussen: „Gezieltes Aufforsten (nicht nur in Waldflächen, auch auf privatem Grund)“. Darüber hinaus solle man „Kraftfahrzeuge länger fahren als nur ein Jahr.“ „Kostenloser, öffentlicher Nahverkehr“ sei ein probates Mittel, sowie „Solaranlagen auf privaten Wohnobjekten“. Man solle ebenfalls in die „Forschung für die weitere Verbesserung des Verbrennungsmotors“ investieren. Außerdem sieht man Potenzial in einer „Preiswerten Umrüstung älterer Fahrzeuge auf die Abgasnorm 4“. Zu guter Letzt wünscht man sich „Unterstützung der Industrie im Bereich alternativer Kraftstoffe“. Am Ende steht der Aufruf: Wir suchen den Dialog mit den Verantwortlichen der Bundesregierung.

Der Riesenerfolg der Gruppe macht deutlich, dass sich sehr viele Menschen für das Thema Umweltschutz interessieren. Er macht aber ebenso deutlich, dass die Meinungen, wie man etwas für den nachhaltigen Umweltschutz machen sollte, weit auseinander gehen. Das gehört zu einer gesunden Demokratie: Verschiedene Meinungen. Es gehört aber auch dazu im Rahmen der Entscheidungsprozesse in der Bundesrepublik Lösungen zu suchen und Kompromisse zu finden.

Bildquelle: FFH

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