Tesla Fabrik nahe Berlin: Abholzen bevor die Genehmigung vorliegt

Ab 2021 sollen aus der geplanten Tesla-Werk in Grünheide SUV´s vom Band laufen. Um diesen ambitionierten Zeitplan zu halten schafft Tesla nun offenbar Fakten. Das Areal soll gerodet werden, zumindest in großen Teilen, noch bevor Beteiligungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz abgeschlossen ist.

Der Vorgang scheint legal zu sein. „Eine eventuelle Zulassung des vorzeitigen Beginns wäre konform mit den Regelungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes“, teilte Frauke Zelt, Sprecherin des Umweltministeriums, der taz mit.

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„Genau genommen bedarf es auch noch der Genehmigung nach dem Landeswaldgesetz zur Umwandlung einer Waldfläche in eine andere – hier: industrielle – Nutzung. In der Praxis wird diese Genehmigung aber im Verfahren zur immissionsschutzrechtlichen Genehmigung „konzentriert“, wie es amtssprachlich heißt: Es muss kein separater Antrag beim Landesbetrieb Forst gestellt werden. Ob und wann dem Antrag an das LfU stattgegeben werde, darüber könne aber zurzeit „keine Aussage getroffen“ werden, so die Ministeriumssprecherin.“ – so die taz.

Tesla habe beim zuständigen Landesamt für Umwelt (LfU) die Zulassung zum vorzeitigen Beginn der Arbeiten und damit auch der Rodung der Fläche beantragt. In dem veröffentlichten Bericht zur Umweltverträglichkeitsprüfung ist die Rede von 154 Hektar Fläche. Die Rodung, so offenbar der Plan, solle bis Ende Februar abgeschlossen sein. Hintergrund ist die am 1. März beginnende Schutzperiode für brütende Vögel.

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Tesla ist offenbar eine Selbstverpflichtung zur ausgelichenden Aufforstung im Verhältnis von 3:1 eingegangen, dies war eine Forderung im Rahmen vorgelagerten Verhandlungen zwischen Tesla und Verbänden und Behörden, wie beispielsweise dem Brandenburger BUND. Dies sei aber nicht so einfach: „Es wird schwer werden, Ackerfläche in diesem Umfang zu finden“, so Heinzel-Berndt. „Aber es ist auch denkbar, dass stattdessen artenarmer Kiefernwald in Mischwald umgewandelt wird.“

Insgesamt wird der Bau der Fabrik von den zuständigen Stellen als positiv eingeschätzt. Man arbeite so am Mobilitätswandel vom Verbrennungsmotor zum E-Auto mit und außerdem kann man Arbeitsplätze schaffen die gegeben falls durch den Ausstieg aus der Braunkohle wegfallen.

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Quelle: taz

Bild von Karthaus auf Pixabay [Symbolbild]