Spahn begrüßte 2018 die Schließung von 628 Notfallambulanzen

Im Jahr 2018 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen das Geld für Notfallambulanzen in 628 Kliniken zusammenstreichen zu wollen – dies entspricht gut einem Drittel aller Kliniken im Land. In den Krankenhäusern würden sowieso wenige Notfälle behandelt hieß es unter anderem damals zur Begründung.

Die Idee hinter der Reform war, dass die Gelder in größeren und spezialisierteren Notfallkrankenhäusern besser genutzt werden könnten. Es würde eine Leistung sozusagen in Krankenhäusern eingespart in denen diese nicht effektiv genutzt würde und dafür anderorts ausgebaut.

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Die Entscheidung sieht unter anderem vor, dass bestimmte Fahrzeiten in PKW-Minuten eingehalten werden müsse, wenn man entscheidet Notfallambulanzen nicht mehr zu unterstützen, dann muss es Alternativen in angemessener Entfernung geben. Und die Krankenhäuser denen die Unterstützung für die Notfallambulanzen gestrichen werden, müssen dennoch weiterhin in schwerwiegenden Notfallsituationen eingreifen und helfen.

Jens Spahn (CDU) begrüßte die Entscheidung damals. Er ging davon aus, dass es zuerst Notfallambulanzen im städtischen Ballungsraum treffen würde, welche ohnehin nicht viele Notfälle versorgen. Die ländliche Klinikstruktur sah er nicht in Gefahr. Heute in Zeiten der Corona-Krise darf man sich fragen, ob diese Entscheidung weitreichende, nicht vorhergesehene Folgen haben kann.

Quelle: Handelsblatt Quelle: Ärzteblatt

Foto: Roberto Pfeil/dpa