Friedrich-Ebert-Stiftung macht Vorschläge für nächstes Schuljahr

Bonn (dts Nachrichtenagentur) - Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat einen Vorschlag für den Schulunterricht nach den Sommerferien vorgelegt. "Die Planungen des neuen Schuljahres sollten nicht von einer Wiederkehr des gewohnten, schulischen Regelbetriebs ausgehen", mahnt die Stiftung in einem Papier, das an diesem Donnerstag vorgestellt wird und über das die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstagausgabe) vorab berichtet. Die Schulen sollten sich demnach auch für die Zeit nach den Ferien auf Fernunterricht einstellen.

Dabei sollten den Schülern, die keine eigenen Laptops oder Tablets haben, zu Beginn des Schuljahres Leihgeräte zur Verfügung gestellt werden, Fernlernzeiten sollten verbindlicher geregelt werden, in Chat-Angeboten sollten die Kinder und Jugendlichen zudem psychologische Unterstützung bekommen und über Lernprobleme in den eigenen vier Wänden reden können. Erarbeitet hat die Vorschläge für die Stiftung eine 22-köpfige Kommission aus Bildungsexperten, Medizinerinnen, Juristen, Schüler- und Elternvertretern. Das kommende Schuljahr soll auch eines mit weniger Noten sein, schlagen sie vor.

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Klassenarbeiten ließen sich nicht im Umfang wie bisher schreiben, die Mitarbeit schwer beurteilen, wenn ein großer Teil des Unterrichts zu Hause stattfindet. Es müsse daher über “andere Formen der Leistungsbewertung” nachgedacht werden, heißt es in dem Papier. Statt einer Eins oder Sechs solle es verstärkt individuelles Feedback geben.

“Wir fordern nicht die grundsätzliche Abschaffung der Ziffernnoten für alle Zeiten”, sagte der Bildungsforscher Kai Maaz, der die Kommission leitete, “aber in der aktuellen Situation können sie noch viel mehr als bisher diejenigen bevorteilen, die zu Hause gute Rahmenbedingungen haben, und benachteiligt die, die eher unter schwierigen Bedingungen lernen müssen”. An den Noten hängen auch andere Fragen: Muss ein Schüler eine Klasse wiederholen? Auf welche weiterführende Schule darf ein Kind wechseln? Das Autorenteam um Maaz plädiert dafür, dass die Länder auf das Sitzenbleiben verzichten und den Übertritt nach der Grundschule nicht von den Zensuren abhängig machen. Teils geschieht das schon.

Foto: Jugendliche Leser (über dts Nachrichtenagentur)